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Der Hässliche
Von Marius von Mayenburg

Produktionsjahr 2008

Mit: Jutta Klawuhn, Ana Schlaegel, Marco Ricciardo und Jürgen Schroer
Regie: Helga Fleig Bühne: Werner Klaus

Lette ist Ingenieur. Er hat gerade den 2CK-Starkstromstecker mit Sicherungsschranke
gegen den Überschlag entwickelt, für den Scheffler,
sein Chef, ein Patent anmelden konnte. Nun will Lette seinen Stecker auf einem Kongress in Brig vorstellen. Warum lässt Scheffler ihn nicht fahren? Warum soll Karlmann, sein Assistent, das machen? Fanny, seine
Ehefrau, spricht aus, was ihm bisher niemand gesagt hat - nämlich, dass er hässlich ist. Zu hässlich, um seinen Stecker zu verkaufen. Was soll er
tun? Fanny liebt ihn so, wie er ist, aber Lette kann mit dem Wissen, hässlich zu sein, nicht leben. Er entschließt sich zu einer Schönheitsoperation,
die sein Gesicht total verändert. Hinterher erkennt er sich nicht wieder, und sein Leben nimmt neue Wendungen. Aus dem freundlich naiven, unansehnlichen Mann wird ein selbstbewusster Adonis. Seine extrem positive Wirkung auf das weibliche Geschlecht verhilft ihm
auch zu beruflichem Erfolg. Lettes Gesicht wird zum Erfolgsschlager.
Sein Chirurg ist stolz auf sein Kunstwerk und vermarktet es. Lette wird zum Prototyp, alle wollen aussehen wie er. Der Chirurg operiert in Serie.
Als Lette nicht mehr der einzige ist, der so aussieht wie er, schwindet sein Glücksgefühl - und sein Erfolg. Als selbst sein Assistent Karlmann sich operieren lässt, kommt es zu aberwitzigen Verwechslungen...

Marius von Mayenburg entwirft in seinem Stück ein pointiertes, erfrischendes Szenario zum Thema Schönheitschirurgie und Identität.

 

"Das Ensemble beherrscht dieses Spiel verbaler Schlagabtäusche, die den Zuschaueratem für einen Moment stocken lassen, wenn Fanny ihrem Lette ungeschminkt ins Gesicht sagt, als Mensch sei er sehr schön, aber sein Gesicht ist hässlich ... Der Clou ist: Lette bleibt Lette."
(Schwäbische Zeitung)